Pressestimmen zu unserem Konzert mit dem
"Weihnachts-Oratorium" von J. S. Bach
am 15. Dezember in der Abteikirche Maria Laach

Wie schon beim "Messiah" im November 2000 hat die Frankfurter Presselandschaft auch diesmal unser wirklich großartiges Konzert einfach totgeschwiegen.
Umso erfreulicher, dass das Konzert in der Abteikirche Maria Laach / Eifel eine überaus positive Resonanz in der Rhein-Zeitung fand, die ich hier im Wortlaut wiedergeben möchte:

Rhein-Zeitung - Nr. 292 - Dienstag, 17. Dezember 2002

Viel gespieltes Werk faszinierte
Der "Junge Chor Schwanheim / Goldstein" sang Bachs Weihnachtsoratorium

MARIA LAACH. Eine exemplarische Aufführung erlebten jetzt die Besucher von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium der Abteikirche Maria Laach. Der "Junge Chor Schwanheim / Goldstein" (Frankfurt) realisierte die Kantaten eins bis drei sowie fünf und sechs des beliebten Großwerkes gemeinsam mit der "capella cygnea" sowie einem Quartett wirklich ausgezeichneter Solisten.
Ein gewaltiges Unterfangen - allein schon das Werk: Die unbändige Kraft des Anfangschores "Jauchzet, frohlocket!" verblüfft und fasziniert auch noch beim x-ten Hören. Aus dem Kerngeschehen der Geburt Jesu nach den Evangelien nach Lukas und Matthäus erschließen sich weit reichende Perspektiven. "Ach mein herzliebes Jesulein" mit der Melodie "Vom Himmel hoch da komm ich her" zeigt die Herkunft und erscheint später noch als "Wir singen dir in deinem Heer". Bereits vorher wird der finale Weg musikalisch vorgezeichnet: "Wie soll ich dich empfangen?" fragt der Choral. Wem brennt sich da nicht die Zeile "O Haupt voll Blut und Wunden" in die Seele, der Text des Karfreitagsdramas, der mit dieser Melodie doch gleichsam verschmolzen ist? Der Reichtum und die Vielschichtigkeit dieses Werkes bietet jeder Generation weihnachtliche Erkenntnis und innere Einkehr.
Obwohl die jungen Musiker "capella cygnea" auf Originalinstrumenten musizierten, war ihr Spiel frei von verschmockten Unverständlichkeiten. Auch das Verdienst des Dirigenten Stefan Dörr: Sein beseeltes Dirigat erbrachte frische und stellenweise erfreulich unkonventionelle Ergebnisse. Er motivierte zu Bestleistungen - kaum je zuvor hat der Verfasser einen so punktgenau agierenden Chor gehört. Auch den Solisten bot Dörr ein gutes Fundament zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten. Der Kirchenmusiker mit A-Examen ist auch als Sänger europaweit tätig und hat mit der Auswahl seiner Kollegen eine glückliche Hand bewiesen: Tenor Gerhard Brückel (*) artikulierte als Evangelist in der halligen Kathedralen-Akustik gut verständlich. Er verfügt über ein schlankes, dabei erstaunlich durchsetzungsstarkes Timbre. Altistin Birgit Schmickler überzeugte mit warmer Stimmfarbe und weit greifendem musikalischen Spannungsbögen. Christoph Kögels Bass bringt in souveräner Weise genau soviel Power wie nötig, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen.
Und auch Sopranistin Angelika Reinhard bestätigte mit ihrer biegsamen und wandlungsfähigen Stimme das hohe Niveau dieses Quartetts. Die Aufführung war bereits volle zwei Stunden zu Gange, als sie Rezitativ und Arie Nr. 56 und 57, zwei ausgesprochen schwierige Solo-Partien, frisch und tadellos sang. Lang anhaltender Beifall samt Zugabe - eine in vielerlei Hinsicht beeindruckende Marathonleistung.

Thomas Rohde

(*) Hier irrt der Rezensent leider: An diesem Abend war für den erkrankten Gerhard Brückel kurzfristig der Tenor Bernhard Schneider eingesprungen. Dies war jedoch nicht im Programmheft vermerkt, sondern wurde nur mündlich angekündigt und ist dem Rezensenten offenbar entgangen.

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